Kloster und Pfarrei St. Bonifaz

13.12.2011 Adventfeier

Am 13.Dezember 2011 fand die Adventsfeier der Senioren statt. Kinder aus der KIta Liebfrauen führten unter der Leitung von Sonja Lubkowski ein kleines Krippenspiel vor, das allgemeine Zustimmung fand. Auch wie in den vergangenen Jahren kam der Nikolaus und brachte für die großen und kleinen Menschen Geschenke mit.

2. Advent 2011 Krippenbild

In St. Bonifaz ist es seit einigen Jahren Tradition, dass es jeweils zur Schriftlesung eine Krippe gibt. Am 2. Advent ging es um die Zeit, die bei Gott anders gemessen wird als bei Menschen und die Zeitzwänge in denen der Mensch festsitzt. Die Gestaltung der Krippe stammte von Pater Laurentius Höhn, der in seiner Predigt die Frage stellte, was wohl der Täufer Johannes sagen würde, wenn er heute über den Mainzer Weihnachtsmarkt ginge?
Wer nun neugierig geworden ist und sehen will, was sich die anderen Dominikaner so einfallen lassen zu den kommenden Sonntagslesungen der kann gerne vorschauen. Die Kirche ist täglich außer Sonntags von 8:00 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet..

13.11.2011 Albertus Magnus

Am 15. November feiert die Kirche das Fest des Hl. Albertus Magnus. Die Dominikaner luden schon am Sonntag zum Festgottesdienst. Die Predigt hielt Prof. Dr. Matthias Pulte, Professor für Kirchenrecht an der katholischen Fakultät der Universität Mainz. Anschließend war ein Beisammensein mit Mainzer Ordensleuten.

6.11.2011 Priorwahl

Der Mainzer Dominikanerkonvent hat am Samstag, den 5.11.2011, fr. Josef kleine Bornhorst OP zum Prior gewählt. Fr. Josef hat die Wahl am Sonntag, den 6.11.2011, in der Vesper angenommen. Wir wünschen ihm Gottes Segen für seine neue Amtszeit.

fr. Peter Kreutzwald OP

29./30.10.2011 Pfarrgemeinderatswahl

Am 29. / 30. Oktober 2011 wurde ein neuer Pfarrgemeinderat gewählt. Nach dem vorläufigen Wahlergebnis wurden folgende Kandidaten in den neuen Pfarrgemeinderat gewählt:

Frau Stefanie Völkl, Frau Christin Enders, Frau Katharina Butenkemper, Herr Gerhard Käsmann, Herr Dr. Matthias Hermes, Frau Ulrike Ludy und Herr Andreas Bensberg.

Den Gewählten herzliche Gratulation.

fr. Peter Kreutzwald OP

26.10.2011 650. Todestag Johannes Taulers: Vortrag von Prof. Ludger Schwienhorst-Schönberger, Wien

Am 26. Oktober 2011 wurde in der Mainzer Pfarrkirche St. Bonifaz die Veranstaltungsreihe zum Jubiläum des 650. Todestages des Dominikaners und Mystikers Johannes Tauler mit einem Vortrag von Prof. Ludger Schwienhorst-Schönberger abgeschlossen. Der Referent ist Professor für alttestamentliche Exegese an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität in Wien. In seinem Vortrag erläuterte er das Verhältnis von Mystik und Auslegung der Hl. Schrift. Er ging von der These der Mystiker aus, dass der Mensch Gott begegnen könne. Ja, Gott wolle sogar dem Menschen, seinem Geschöpf, begegnen. Diese Gottesbegegnung sei immer eine Erfahrung. Gottesbegegnung sei also Gotteserfahrung des Menschen. Jeder Mensch sei dazu in der Lage, wenn er bestimmte Voraussetzungen erfülle. Die Mystiker, so auch Johannes Tauler, sahen diese Voraussetzung im inneren Leersein. Nichts darf den Blick auf Gott verstellen. Das weise, so der Referent, auf das alttestamentliche Gebot des Dekalogs hin, sich kein Bild von Gott zu machen und keine anderen Götter anzubeten, denn nur Gott habe die Israeliten aus der Sklaverei herausgeführt. Diese Bilder seien schließlich nicht Gott sondern nur Surrogate. Zusätzlich gäbe es im Menschen eine Reihe von Götzen, die den Blick von Gott ganz und gar ablenken und eine Begegnung Gottes mit seinem Geschöpf völlig unmöglich machen. Von all diesen Dingen müsse der Mensch sich reinigen lassen. Anschließend beantwortete Prof. Schwienhorst-Schönberger Fragen der Zuhörer und stand noch für persönliche Gespräche zur Verfügung.

fr. Ralf Sagner OP

28.08.2011 Offene Türen

Die AG Religiöse Gruppen der Neustadt luden zum Tag der offenen Türen unter dem Motto "bunte lebendige Vielfalt" ein. Auch St. Bonifaz war dabei und stellte die 7 Sakramente in Stationen dar. Als Gastgruppe traten jugendliche Sänger der Bahai-Gemeinde mit spirituellen Texten im Pfarrsaal auf.

Ulrike Ludy

25.06.2011 650. Todestag Johannes Taulers: Exkursion nach Straßburg

Am 25. Juni 2011 machte sich eine Gruppe von 35 Interessierten auf den Weg zu einer Exkursion nach Straßburg, um den Spuren Johannes Taulers nachzugehen.

Tauler wurde um 1300 in Straßburg in eine Patrizierfamilie geboren, trat mit 14 Jahren in das dortige Dominikanerkloster ein, starb am 16. Juni 1361 nach einem bewegten Leben in seinem Geburtsort und wurde in seinem Kloster begraben. Seine Grabplatte im Nachfolgebau der 1870 durch einen Brand zerstörten Dominikanerkirche, dem Temple-Neuf, einer evangelischen Kirche, war erstes Ziel der Exkursionsteilnehmer. Nach der Besichtigung des neuromanischen Baus feierten die Teilnehmer eine kleine Andacht an diesem Ort zum Gedächtnis dieses bekannten Sohnes der Stadt.

Die evangelische Hauptkirche St. Thomas, die zweite Station der Exkursion, war zu Taulers Zeiten Pfarrkirche seines Geburtsortes und damit höchstwahrscheinlich sein Taufort. Die Kirche beherbergt heute u.a. eine berühmte Silbermann-Orgel, an der bereits Wolfgang Amadeus Mozart und Albert Schweitzer spielten.

Das Straßburger Münster ist für Straßburgbesucher, also auch für die Exkursionsgruppe, ein absolutes Muss und war daher die dritte Exkursionsetappe. Die beeindruckende Fassade des Westwerkes ist dieselbe, welche bereits Tauler vor Augen hatte, als er im 14. Jahrhundert vom Dominikanerkloster zu den Stätten seiner Seelsorge, den Dominikanerinnenklöstern und Beginenkonventen, lief.

Die von außen unscheinbare, aber im Inneren sehr sehenswerte evangelische Kirche St. Pierre-le-Jeune ist mit einer Statue Johannes Taulers aus dem 19. Jh. geschmückt und war vierte und letzte Station der Exkursion. Taulers Predigten wurden durch die Reformatoren, vor allem Luther, im 16. Jahrhundert rezipiert. Bis ins 19. Jh. wurden seine Predigten unter evangelischen Christen verbreitet.

Die Leitung der Exkursion übernahm Dr. Klaus-Bernward Springer von der Universität Erfurt. Er ließ das Bild mittelalterlichen Lebens in Straßburg zur Zeit Taulers mit seinen religiösen Aufbruchsbewegungen, seinen gesellschaftlichen und religiösen Spannungen vor den Augen der Teilnehmer plastisch und anschaulich entstehen.

fr. Ralf Sagner OP

16.06.2011 Gedenkgottesdienst am 650. Todestag Johannes Taulers mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn

In unserer Veranstaltungsreihe über den Mystiker Johannes Tauler feierten wir am 16. Juni in St. Bonifaz einen Gedenkgottesdienst, um an seinem 650. Todestag an diesen großen Dominikaner zu erinnern.

Wir sind dankbar, dass sich Weihbischof Dr. Stefan Zekorn aus Münster gerne bereit erklärt hat, als Zelebrant und vor allem als Prediger Johannes Tauler ganz aktuell ins Gedächtnis zu rufen. Denn was Tauler in einem turbulenten 14. Jahrhundert mit durchaus krisenhaften kirchlichen Entwicklungen an Wegweisung für ein Leben mit, in und aus Gott gepredigt hat, gilt für uns heute ungebrochen in gleicher Weise. Denn "Gottes Sehnsucht nach uns Menschen", die Weihbischof Zekorn in das Zentrum seiner Predigt gestellt hat, hat - seit dies Johannes Tauler formuliert hat - sicher nichts an Intensität verloren. Für Tauler ist diese Sehnsucht Gottes nach den Menschen wie eine göttliche Einladung an uns, uns ganz und gar auf Ihn einzulassen, uns Ihm zu überlassen, und in dieser Gelassenheit unseren Alltag zu meistern.

Nach der anschließenden Vesper in der Hauskapelle unseres Klosters kamen wir beim gemeinsamen Abendessen in unserem Refektorium noch mit Weihbischof Zekorn ins Gespräch.

fr. Johannes M. Schäffler OP

04.06.2011 "Feierliche Profess von fr. Ralf Sagner OP
und fr. Frank Ewerszumrode OP

Ein besonderes Fest für unser Kloster: Zwei Mitbrüder, fr. Ralf Sagner OP und fr. Frank Ewerszumrode OP, legten am Samstag ihre feierliche Profess ab und binden sich damit an unseren Orden "bis zum Tod", wie es in der Professformel heißt.

Zusammen mit vielen Angehörigen, Freunden, Mitbrüdern und -schwestern und zahlreichen weiteren Gästen durften wir diesen großen Festtag begehen.

Wir beglückwünschen beide Professen zu diesem Schritt und wünschen ihnen auf ihrem weiteren Weg im Predigerorden Gottes reichen Segen!

fr. Johannes M. Schäffler OP
Fotos: fr. Adam Rokosz OP

25.05.2011 "Zur Reifungsgeschichte in den Lebensaltern" - Vortrag zu Johannes Tauler von P. Prof. Michael Schneider SJ

Den 650. Todestag von Johannes Tauler haben wir Mainzer Dominikaner des 21. Jahrhunderts zum Anlass genommen, einen Blick auf das Leben dieses mittelalterlichen Dominikaners zu werfen. Mit Meister Eckardt und Heinrich Seuse bildete Tauler die Dominikaner-Trias der mittelalterlichen Mystiker. Am 25. Mai eröffnete P. Michael Schneider SJ (Sankt Georgen, Frankfurt/M.) unsere kleine Veranstaltungsreihe mit einem Vortrag „Johannes Tauler: Zur Reifungsgeschichte in den Lebensaltern“.

Tauler bemerkte in seiner Seelsorge, dass der Mensch nicht nur körperlich und intellektuell altert, sondern dass es auch im geistlichen Leben charakteristische Alterserscheinungen gibt. Das ist hier allerdings kein Abbauprozess, wie es dem Leib widerfährt, sondern ein Wandlungsprozess, der in bestimmten Lebensaltern krisenhafte Umbrüche verursacht. Insgesamt ist dieser Prozess ein Prozess der Reifung, des Reifwerdens.

Anschaulich, mit meist ironischen Beispielen, stellte P. Schneider die Sicht Taulers auf den Reifungsprozess eines gläubigen Menschen dar. Die Zuhörer konnten sich überzeugen, dass Taulers Ansichten nach wie vor aktuell sind und eine ungewohnte Perspektive auf ihr eigenes Leben darstellen. Damit lohnt es sich, auch im 21. Jahrhundert die Predigten Taulers aus dem Bücherregal zu holen und einen Blick hinein zu werfen.

fr. Ralf Sagner OP

22.01.2011 Neujahrsempfang in St. Bonifaz

Ein neues Jahr bietet immer die Möglichkeit zurückzublicken auf Vergangenes und einen Ausblick zu wagen auf Zukünftiges. Pater Laurentius verband beides miteinander, den Dank für vielfältige Dienste im vergangenen Jahr 2010 mit einer vorsichtigen Vision für die Zukunft von St. Bonifaz, die in der Hände aller Gemeindemitglieder als getaufte und gefirmte Christen liegt.

Der Neujahrsempfang in Bildern:

11.12.2010 Verabschiedung von Frau Biesen

38 Jahre lang war sie die feste und zuverlässige Anlaufstelle im Pfarrbüro unserer Pfarrei St. Bonifaz. Am heutigen Abend nun wurde Frau Christa Biesen in den Ruhestand verabschiedet. Pfarrer P. Laurentius Höhn OP, selbst Sohn einer Pfarrsekretärin, dankte Frau Biesen für ihren treuen Dienst. Herr Eberhard Schneider schloss sich im Namen des Verwaltungs- und des Pfarrgemeinderats dem herzlichen Dank an und das Pfarrteam, vertreten durch die beiden GemeindereferntInnen Monika Knauer und Matthias Selzer, überreichte einen Blumenstrauß.
Ein endgültiger Rückzug aus dem Pfarrbüro ist es aber sicher nicht, denn Frau Biesen wird sich weiterhin einmal in der Woche vor allem um den Pfarrbrief kümmern.

Noch einmal sagen wir ein herzliches Dankschön und wünschen ihr alles Gute und Gottes reichen Segen für ihren Ruhestand.

Einige Bilder von der Verabschiedung im Pfarrsaal:

14.11.2010 Albertusfest in St. Bonifaz

Am Vorabend des Gedenktages des heiligen Albert des Großen luden wir Dominikaner wieder zum alljährlichen Albertusfest ein. Zusammen mit Gästen aus den Ordensgemeinschaften, den Pfarreien und der Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität begannen wir mit einem feierlichen Gottesdienst zu Ehren des großen Dominikaners, Theologen und Wissenschaftlers. Festprediger in diesem Jahr war P. Prof. Theofried Baumeister OFM, der den heiligen Albert vor allem als Vorbild für die gelungene Verbindung von Glaube und Wissenschaft charakterisierte. Gleichzeitig wurde damit an die gute Tradition zwischen den Bettelorden des Mittelalters, den Franziskanern und Dominikanern, angeknüpft, dass bei großen Feierlichkeiten immer ein Mitbruder der jeweils anderen Ordensgemeinschaft die Ansprache oder Predigt hält.

Musikalisch eindrucksvoll umrahmt wurde der Festgottesdienst vom Wormser Ensemble Paulinum (www.ensemblepaulinum.de) unter der Leitung von Christian Bonath. Beim anschließenden gemeinsamen Essen im Pfarrsaal klang der Abend mit guten Gesprächen und herzlicher Begegnung aus.

24.10.2010 Chor- und Orchesterkonzert in St. Bonifaz

Eine beeindruckende musikalische Leistung durften die über 200 Besucher des Chor- und Orchesterkonzertes am 24. Oktober in St. Bonifaz genießen. Der Kammerchor Rheinland-Pfalz (www.kammerchor-rlp.de) und das Kammerorchester "Ensemble Mayence" (www.ensemble-mayence.de) brachten zusammen mit der Sopranistin Katharina Nieß das Stabat Mater von Joseph Gabriel Rheinberger, das Andandte Festivo von Jean Sibelius sowie das Magnificat von John Rutter überzeugend zu Gehör. Die musikalische Leitung hatte Benedikt Stumpf.

Einige Eindrücke in Bildern:

19.09.2010 P. Laurentius Höhn OP:
Assignation in den Mainzer Konvent und
Einführung als neuer Pfarrer von St. Bonifaz

In einem feierlichen Gottesdienst wurde am heutigen Sonntagabend unser Mitbruder P. Laurentius Höhn OP von Dekan Markus Kölzer in sein Amt als neuer Pfarrer von St. Bonifaz eingeführt. P. Laurentius tritt damit offiziell die Nachfolge von P. Sebastian Annas an, der vor wenigen Wochen nach fast zehn Jahren in Mainz nun in Köln unsere Gemeinschaft an St. Andreas seelsorgerlich unterstützt. Zuvor war P. Laurentius fünf Jahre in unserer Klosterpfarrei St. Sophien in Hamburg-Barmbek tätig.

Ebenso offiziell war P. Laurentius bereits mittags durch das Verlesen der Assignationsurkunde durch unseren Prior P. Josef als neuer Mitbruder in den Mainzer Konvent aufgenommen worden.

Wir heißen P. Laurentius herzlich willkommen in Mainz und wünschen ihm für seinen Dienst in Kloster und Pfarrei Gottes reichen Segen!

Bericht in der Allgemeinen Zeitung


 03.09.2010
„Schöpfungs-Momente“: Vom Auftakt bis zum großen Finale

Nacht der offenen Kirchen in Mainz, St. Bonifaz

Bereits zum dritten Mal öffneten sich die Pforten der Mainzer Innenstadtkirchen einen ganzen Abend lang für alle, die eintreten wollten. Im Rahmen der „Nacht der offenen Kirchen“ am 3. September konnte man in 16 katholischen und evangelischen Gotteshäusern Angebote
aller Art wahrnehmen: von musikalischen Akzenten über Ausstellungen zu verschiedenen Themen (beispielsweise „Augustinus“ oder „Judentum und Christentum“) bis hin zur „Duftkirche“ war für jeden Interessierten und jede Interessierte etwas dabei. Wer wollte, konnte ebenso das Gespräch suchen, leicht in Kontakt zu anderen kommen bzw. sich über Gebäude, Gemeinde oder Gemeinschaft vor Ort informieren. Natürlich bestand auch die Gelegenheit, einfach nur in einem Kirchenraum zu verweilen, nachzudenken, zu beten…

„Schöpfungs-Momente“ - so lautete der Titel, unter den wir Dominikaner den Abend in unserer Pfarr- und Klosterkirche St. Bonifaz gestellt haben. Lichteffekte ließen den Kirchenraum in neuem, farbigem Licht erstrahlen, während als „Schöpfungs-Musik“ die Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi erklangen und unsere Inszenierung der Schöpfung ihren Lauf nahm: von ihrem
Anfangspunkt durch den Schöpfer über ihre heute andauernde Dimension bis hin zur ihrer noch ausstehenden Vollendung durch Gott. Als „Schöpfungs-Auftakt“ wurden die beiden Schöpfungsberichte, die wir auf den ersten Seiten der Bibel finden (Buch Genesis, Kapitel 1 und 2), in verschiedenen Sprachen gelesen. Eine Bildpräsentation über „Schöpfungs-Kontraste“ lud zur meditativen und assoziativen Auseinandersetzung mit heutigen Dimensionen einer creatio continua (fortdauernde Schöpfung) ein. Zum „Schöpfungs-Finale“ kamen schlussendlich, nachdem wir mit dem Anfang der Bibel begonnen hatten, auch die letzten Seiten der Heiligen Schrift zu Gehör (Offenbarung des Johannes, Kapitel 21 und 22). So zog der Abend einen Spannungsbogen vom Anbeginn bis hin zur grandiosen Vollendung der Schöpfung am Ende der Zeiten, wenn es keine Nacht und keine Finsternis mehr geben wird (vgl. Offb 21).

Viele Menschen besuchten uns und die anderen Mainzer Innenstadtkirchen - auch solche, die sonst den Weg zu uns nicht finden würden - und mit einigen kamen wir ins Gespräch, was uns sehr gefreut hat. Wir danken allen Beteiligten, Initiatoren und Helfern aus Stadt, Pfarrei und Kloster und hoffen darauf, dass einige dieser „Schöpfungs-Momente“ auch später noch fortwirken.

fr. Philipp Maria König OP

07.08.2010
Verabschiedung von P. Sebastian Annas OP

P. Sebastian hatte den Eindruck, es müsse Weihnachten sein - denn die Kirche war am Vorabend des Hochfestes unseres Ordensgründers, des Heiligen Dominikus, so voll besetzt wie sonst nur zur Christmette. Der Anlass zu dieser regen Anteilnahme hatte allerdings - anders als Weihnachten - auch etwas Wehmütiges, denn es galt P. Sebastian nach fast zehnjähriger Tätigkeit als Pfarrer von St. Bonifaz aus Mainz zu verabschieden.

So waren viele aus der Pfarrgemeinde, ihren Gremien, aus den Mainzer Pfarreien und Ordensgemeinschaften, sogar aus der Politik gekommen, um P. Sebastian mit ihrem Gebet und guten Wünschen "Danke" zu sagen für seinen Einsatz in St. Bonifaz. Generalvikar Dietmar Giebelmann überbrachte den herzlichen Dank der Bistumsleitung und Provinzial P. Johannes Bunnenberg OP hielt die Festpredigt.

Nach dem festlichen Gottesdienst waren alle zum Empfang vor der Kirche eingeladen. In Reimform würdigten Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltungsrat P. Sebastians segensreiches Wirken. Auch der Pfarrer unserer evangelischen Nachbarpfarrei lobte die gute Zusammenarbeit und bedauerte den Weggang von P. Sebastian. Musikalisch eingerahmt von Klavier, Querflöte und Posaune und kulinarisch von Wein, Wasser und Häppchen wurde aus dem Abschied schließlich aber doch eher ein fröhliches Fest.

P. Sebastian wechselt nun in die Dominikaner-Pfarrei St. Andreas nach Köln. Sein Nachfolger als Pfarrer von St. Bonifaz wird P. Laurentius Höhn OP, der im September aus unserem Hamburger Konvent nach Mainz ziehen wird.

Bericht in der Allgemeinen Zeitung

Eindrücke von der Verabschiedung in Bildern

19.06.2010
Pfarrfest und Feierliche Profess von fr. Peter Henrich OP

Das traditionelle Pfarrfest in St. Bonifaz zeigte sich in diesem Jahr ganz untraditionell - und das gleich in zweifacher Hinsicht: Durch die Bauarbeiten am ehemaligen Kloster mussten das Kaffeetrinken am Nachmittag und das Grillen am Abend in den Garten unseres neuen Klosters in der Gartenfeldstraße verlegt werden. Allen Meteorologen zum Trotz zeigte sich zudem statt des angekündigten Regens überwiegend die Sonne, so dass auch tatsächlich im Klostergarten gefeiert werden konnte.

Und ein zweiter erfreulicher Anlass bereicherte das Pfarrfest: Während des Festgottesdienstes um 17:00 Uhr in der Kirche legte unser Mitbruder fr. Peter Henrich OP seine Feierliche Profess ab - ein großer und endgültiger Schritt in den Orden der Predigerbrüder, der auch in der Professformel seinen deutlichen Ausdruck findet: "...werde ich ... gehorsam sein bis zum Tod." Darin steckt der Wunsch und die Verpflichtung, sich ein Leben lang auf die Suche nach Gott einzulassen und dies in der speziellen Art der dominikanischen Lebensweise zu tun, so unser Provinzial P. Johannes Bunnenberg OP in seiner Predigt. Wir gratulieren fr. Peter herzlich für seine Entscheidung und wünschen ihm Gottes reichen Segen!

So wurde es in diesem Jahr eine bunte Mischung aus Pfarrfest und Professfeier. Der Ortswechsel zwischen Bonifaziusplatz und Gartenfeldstraße machte auf fröhliche und festliche Art deutlich, was in St. Bonifaz zusammengehört: Pfarrkirche und Kloster, Dominikaner und Pfarrei - alle unter dem gleichen Patronat. Und letztlich kam dann doch die Tradition nicht zu kurz: Denn das große Bonifaz-Quiz rundete das Profess- und Pfarrfest gelungen ab.

Eindrücke von der Professfeier



Bilder vom Pfarrfest

04.06.2010 - Einweihung der neuen Klosterkapelle

Lange wurde geplant, besprochen, wurden Entwürfe gemacht und nach dem geeigneten Künstler gesucht - nun ist sie vollendet: die neue Hauskapelle des Dominikanerklosters St. Bonifaz. Und nicht nur die Kapelle - nein, der ganze Klosterneubau in der Gartenfeldstraße, der 2008 bezogen wurde, hat nun seinen Abschluss gefunden. Denn die Hauskapelle stellt das "Herz des Klosters und der Gemeinschaft" dar, wie Bischof Karl Kardinal Lehmann, der eigens zur Einweihung gekommen war, in seiner Predigt betonte.

In einem feierlichen Gottesdienst segnete Kardinal Lehmann zunächst den Kapellenraum und die anwesenden Mitbrüder und Gläubigen, die die Kirche verkörpern. Besonders eindrucksvoll und für die meisten Anwesenden ein bisher einmaliges Erlebnis war die Weihe des Altares mit ihren ausdrucksstarken Riten: Nach der Allerheiligenlitanei wird der Altar - seit frühchristlicher Zeit verstanden als Symbol für Christus selbst - mit geweihtem Wasser besprengt und mit Chrisam gesalbt (wiederum findet sich der unmittelbare Bezug zu Christus als dem "Gesalbten"). Das Abbrennen des Weihrauchs auf dem Altar lehnt sich an das Psalmwort "Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf" (Ps 141) an und symbolisiert das Fortdauern des Opfers Christi auf dem Altar unter heiligen Zeichen. Nach dem Auflegen des Altartuchs und der Bereitung der Gaben wurde in der Feier der Eucharistie der Altar erstmals seinem eigentlichen Zweck zugeführt und damit der Höhepunkt der Altarweihe erreicht.

Zum Schluss des Gottesdienstes segnete Kardinal Lehmann die Tabernakelstele, in der das Allerheiligste aubewahrt wird, und entzündete das ewige Licht. Damit hat unsere Klostergemeinschaft nun auch im neuen Klostergebäude eine geistliche Mitte, einen Ort des Gebets und der Meditation, der gemeinsamen Feier des Stundengebets und der Eucharistie, die das Fundament für unsere Arbeit in der Verkündigung des Wortes Gottes bilden.

Rafael Seitz, der Künstler, der unsere Klosterkapelle in enger Zusammenarbeit mit der ganzen Hausgemeinschaft konzipiert hat, stellte das Gesamtprojekt von Anfang an unter das Thema "Lichte Weite". Mit viel Glas und unterschiedlichsten Farben setzte er zusammen mit DERIX GLASSTUDIOS dieses Thema handwerklich gekonnt und künstlerisch gelungen um. Im Zusammenspiel mit dem dunklen, fast schwarzen Altar aus Rohstahl, dem schweren Kerzenleuchter und dem Sockel für das ewige Licht - aus dem gleichen Material gearbeitet -, sowie dem lichtdurchlässigen Standkreuz mit seinen Vergoldungen und dem goldenen Tabernakelelement entfaltet der Kapellenraum seine ganze Wirkung. Am Tag der Einweihung war es schließlich das helle Sonnenlicht, das die neue Kapelle in ihrem besonderen Glanz erstrahlen ließ.

Mit den folgenden Bildern möchten wir Ihnen einen kleinen Eindruck von der Einweihungsfeier und der neuen Klosterkapelle vermitteln.

Weitere Artikel:
Bericht der Bischöflichen Pressestelle Mainz
Artikel in der Allgemeinen Zeitung

30.05.2010 - 75. Geburtstag von P. Franz Voith OP

Am heutigen Dreifaltigkeitssonntag feiert unser Mitbruder P. Franz Voith OP seinen 75. Geburtstag.

Wir gratulieren ihm herzlich zu seinem Festtag
und wünschen ihm Gottes reichen Segen für das neue Lebensjahr!

20.05.2010 - Ein Vorgeschmack auf die neue Hauskapelle
Besuch bei DERIX GLASSTUDIOS in Taunusstein

Bald steht die Einweihung unserer neuen, lang ersehnten Hauskapelle vor der Tür. Um uns vorab bereits einen kleinen Eindruck von der künftigen Raumgestaltung zu verschaffen, haben wir mit einigen Brüdern die DERIX GLASSTUDIOS in Taunusstein besucht. Dort sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerade tatkräftig damit beschäftigt, die Pläne des von uns beauftragten Künstlers Raphael Seitz zur Innengestaltung der Kapelle unseres Klosters umzusetzen.

Die freundliche und fachkundige Führung von Herrn Hoferichter, Mitarbeiter der Firma DERIX, ermöglichte uns hochinteressante Einblicke in die verschiedenen Arbeitsgänge und Prozesse, die in einer Glaskunstwerkstatt ablaufen: Vom Zuschneiden der Glasplatten bis zum Zusammensetzen einzelner Teile, vom Ätzen und Sandstrahlen bis hin zur Glasmalerei war alles dabei.

Besonders spannend war es für uns Dominikaner natürlich zu sehen, wie weit die Wandteile unserer künftigen Kapelle, sowie die Tabernakelstele und das Ewige Licht in ihrer Entstehung vorangeschritten sind. Auf den Bildern können Sie einige Eindrücke davon sehen:

Zur Homepage der DERIX GLASSTUDIOS

fr. Philipp M. König OP

24.04.2010 - Pfarrwallfahrt nach Marienstatt im Westerwald

Bei strahlendem Sonnenschein führte uns die diesjährige Pfarrwallfahrt zur Zisterzienserabtei Marienstatt im Westerwald. Allen, die nicht dabei sein konnten, möchten wir hier einen kleinen Eindruck in Bildern geben.

15.11.2009 - Albertusfest in St. Bonifaz

Es hat schon eine kleine Tradition, dass die Dominikaner an St. Bonifaz jedes Jahr das Fest des Heiligen Albert des Großen zusammen mit Mainzer Ordensleuten sowie Vertretern aus dem Klerus und der katholischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität feiern.

Mit einem feierlichen Gottesdienst um 18:00 Uhr in unserer Kirche wurde der festliche Abend eröffnet. Unser Festprediger, P. Provinzial Dr. Johannes Bunnenberg OP, hob in einer bewegenden und engagierten Predigt auf den weiten und fortschrittlichen Geist des heiligen Albertus Magnus ab, der den Beinamen "der Große" mit Recht trägt. So hat er im 13. Jahrhundert wesentlich dazu beigetragen, die Philosophie des Aristoteles, dessen Werk dem Christentum in den Jahrhunderten zuvor in weiten Teilen nahezu unbekannt war, mit dem christlichen Glaubens- und Weltbild zu verknüpfen. Seine Kommentare zum vollständigen Werk des Aristoteles wurden wegweisend für die Theologie der nachfolgenden Jahrhunderte. Albert der Große übersetzte damit die Gedankenwelt der aristotelischen Philosophie in die der Theologie seiner Zeit.

Am sehr anschaulichen Beispiel des "Über-setzens" mit einem Schiff über einen Fluss fächerte P. Johannes die großen Möglichkeiten, aber auch Gefahren einer Übersetzung auf. Es kann schon während der Überfahrt zu Komplikationen kommen, man kommt gegebenenfalls nicht an der Stelle am anderen Ufer an, an der man anlegen wollte, man trifft auf Neues, Unbekanntes auf der anderen Seite - es eröffnen sich unerwartete Horizonte. Albertus Magnus hat sich auf dieses Wagnis eingelassen und damit seinen eigenen und den Geist seiner Nachwelt geweitet.

Beim anschließenden gemeinsamen Festessen im Pfarrsaal kamen die etwa 50 Gäste in gemütlicher Atmosphäre mit uns Dominikanern und untereinander ins Gespräch - an diesem Abend unsere Möglichkeit, im gemeinsamen Austausch unseren Geist zu weiten - ganz im Sinne des heiligen Albertus Magnus.

fr. Johannes M. Schäffler OP

"Anwalt der Menschen" - Pater Franz Voith OP feiert 50-jähriges Professjubiläum

Interview mit P. Josef kleine Bornhorst OP und Fr. Uwe A. Vielhaber OP

Pater Franz Voigt OP wird am 30. Mai 1935 im tschechischen Untertannowitz geboren. Er ist der Sohn eines Landwirtes und hat eine jüngere Schwester. Seinen Vater verliert er im Zweiten Weltkrieg in Stalingrad. Seit der Vertreibung aus dem Sudentenland lebt die Mutter mit den Kindern in Hausen bei Offenbach, wo Pater Franz seine Kindheit und Jugendzeit verbringt. 1958 tritt er in Warburg in den Dominikanerorden ein, studiert katholische Theologie und Philosophie an der Dominikanerhochschule in Walberberg und später Pädagogik an der Hochschule in Vechta. Pater Franz war u.a. als Internatsleiter am Kolleg St. Thomas in Vechta und als Prior des Dominikanerklosters Sankt Albert in Leipzig tätig. Heute arbeitet der Senior nach Kräften aktiv mit in der Seelsorge an der Dominikanerpfarrei St. Bonifaz und lebt im Studienhaus der Dominikanerprovinz Teutonia in Mainz. Pater Franz ist Autor geistlicher Gebetsschriften wie beispielsweise "Gott lebt mit uns - Jugendgebete", das im Düsseldorfer Patmos-Verlag in mehrfachen Auflagen erschienen ist.

Pater Franz, wolltest Du von Anfang an Dominikaner werden, oder gab es auch andere 'Berufs'vorstellungen?
Nach der Volksschule habe ich eine Ausbildung zum Schneidergesellen gemacht und dann zwei Jahre in dem Beruf gearbeitet für 1,10 DM in der Stunde. Das war damals schon wenig, und das beginnende Wirtschaftswunder mit der Rationalisierung der Textilbranche führte zum steten Preisverfall. Mit dem Handwerk war da auf lange Sicht kein Staat zu machen. Im Grunde genommen war Umschulung angesagt. Irgendwann habe ich meinem damaligen Ortspfarrer von meinem Wunsch erzählt Priester werden zu wollen. Pfarrer Servatius Schwan hat mich sehr darin unterstützt und dafür gesorgt, dass ich das Abitur nachholen konnte.

Wie ging es weiter?
Nach vier Jahren auf dem Bischöflichen Abendgymnasium in Mainz hatte ich das Reifezeugnis in der Tasche. Das war eine ziemlich harte Zeit für mich, denn neben der Schule mussten wir anfangs auch beruflich tätig sein, später habe ich im Internat mitgearbeitet und meine Fähigkeiten in die Schneiderei eingebracht. Rektor Ernst Blum hat mich sehr gefördert und mich häufig mit nach Frankreich genommen, wo ich mit der Taizé-Bewegung der 50er Jahre in Berührung kam. Er hatte auch Kontakt zu dem Dominikaner Yves Congar OP, dem bedeutenden Konzilstheologen. Auch wenn ich Congar persönlich nie begegnet bin, so bekam ich doch etwas mit von dem 'frischen Wind' in der damaligen französischen Kirche. Es herrschte eine große Aufbruchstimmung, nicht nur in der Theologie, sondern auch in der Kunst und der Architektur: Le Corbusier plante und baute gerade das revolutionär neue Studienhaus Sainte-Marie-de-la-Tourette in Eveux-sur-l'Arbresle. All das hat mich sehr beeindruckt und schließlich wohl meine Liebe zu Frankreich bewirkt, was mir später als Internatsleiter in Vechta den Spitznamen "Zose" eintrug.

Und wie bist zu den Dominikanern gekommen?
Der eigentliche Auslöser war die Begegnung mit Raymund Harwardt OP, der als Volksmissionar zu uns nach Hausen kam. Ihn fragte ich, wo er herkam, und genau da wollte ich hin. Ich bin dann aufs Rad gesprungen und ins Dominikanerkloster St. Paulus nach Worms gefahren. Bei den Brüdern war ich in der darauffolgenden Zeit wiederholt zu Besuch. 1958 trat ich ins Noviziat in Warburg ein. Das Postulat war damals ganz kurz, es waren mehr Exerzitien. Der Novizenmeister Eligius Tegeler OP leitete das traditionell geführte Noviziat. Unsere Post mussten wir ihm geöffnet vorlegen. Soweit ich mich erinnere, hat er die Briefe aber nicht gelesen. Verschiedentlich habe ich meine Briefe aus dem Kloster geschmuggelt (lacht).

Noch mal zurück. Haben dich auch andere Orden interessiert? Wie stand es mit dem Weltpriestertum?
Eigentlich hat mich das nicht so sehr beschäftigt. Die Jesuiten erschienen mir zu militärisch aufgestellt. Entscheidend war auch das Ordenskleid. Der Dominikanerhabit gefiel mir rein ästhetisch sehr gut. Ich bin ja schließlich Schneider (verschmitztes Lächeln). Weltpriester wollte ich nie werden. Das Leben und die damalige Situation im Pfarrhaus sagten mir nicht zu. Die Aussicht in einer brüderlichen Gemeinschaft mit Gleichgesinnten ein geistliches Leben zu führen fand ich dagegen großartig.

Und dein Interesse an Büchern?
Das kam auch durch den Orden und meine wachsende Begeisterung für Theologie und alle Fragen, die damit in Zusammenhang stehen. Während meiner Frankreichbesuche lernte ich ja auch die Arbeiterpriesterbewegung kennen, die hoch im Kurs stand. Ich wollte eben viel wissen und verstehen lernen.

In Walberberg hast du studiert. Und dann?
Von 1959 bis 1964 habe ich Katholische Theologie und Philosophie an unserer Hochschule in Walberberg studiert. Die Primiz feierten wir groß in meiner Heimatstadt Hausen. Anschließend hat mich der damalige Provinzial Friedrich Quatmann OP zum Pädagogik-Studium nach Vechta geschickt. Parallel habe ich bereits als Lehrer am St. Thomas-Kolleg mitgearbeitet und viel Jugendarbeit bei den Pfadfindern gemacht. In der Provinz herrschte Krisenstimmung: Die 68er-Bewegung stand vor der Tür. Es gab schwerwiegende Auseinandersetzungen über theologische und gesellschaftlich relevante Fragen, das ging mit zahlreichen Ordensaustritten der Brüder einher. Als Paul Heribert Welte OP zur Deutschen Bischofskonferenz nach Bonn berufen wurde, übernahm ich die Leitung des Internats in Füchtel, das von Walbert Weber OP streng geführt wurde. Die Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Brüdern war anfangs nicht leicht. Es existierten sehr unterschiedliche pädagogische Konzepte, wenn man das so nennen will. Im Grunde genommen war die Situation unmöglich. Die Schüler begehrten beispielsweise gegen den täglichen Besuch der Heiligen Messe auf, wofür ich sehr wohl Verständnis hatte. Peu à peu konnte ich einzelne Reformen im Sinne der Schüler umsetzen.

Ende der 80er Jahre verlässt du Vechta...
...ja richtig. Zunächst wurde ich Studentenseelsorger in Berlin als Walter Senner OP nach Rom berufen wurde. Die Studentengemeinde war durchweg basisdemokratisch ausgerichtet, echte Leitung konnte nicht stattfinden. Das war nicht so mein Ding. Dann kam die "Innerdeutsche Wende" im Jahr 1989, und ich ging als Pfarrer an den Dominikanerkonvent St. Albert nach Leipzig, wo ich später auch zum Prior gewählt wurde. Die Arbeit in einer Diasporagemeinde der Nachwendezeit im säkularisierten Umfeld der Leipziger Großstadt stellte eine vollkommen neue Herausforderung für mich dar. Hinzu kam die Leitung des "Geschwisterlichen Projekts", wo zwei dominikanische Kommunitäten von Schwestern und Brüdern in einem Haus lebten und zusammenarbeiten sollten. Das war ein Provinzprojekt, das von Anfang an nicht recht funktionieren wollte. Die Unterschiede der beteiligten Akteure waren zu groß. Aber es gab auch positive Erfahrungen: Die Kinder und Jugendlichen waren gut in der Pfarrei beheimatet, wo auch der Religionsunterricht stattfand; ein Alternativmodell zum Religionsunterricht in der Schule im benachbarten Westen! In der Leipziger Innenstadt habe ich wiederholt Missionsprojekte mit Schriftenstand und Gesprächsmöglichkeit angeboten. Ich wollte unsere Gemeindemitglieder bewegen über die eigene Pfarreigrenze hinaus aktiv zu werden. Anfangs gelang mir das nicht. Nur eine evangelische Pfarrerin hat mich unterstützt, später ging es besser.

Und dann schließt sich der Kreis. Du kommst zurück nach Mainz.
2005 wurde ich an die Dominikanerkommunität an St. Bonifaz in Mainz assigniert. Der Konvent war notorisch unterbesetzt, was die Abstimmungen über die im Haus lebenden Studenten erschwerte. Nach all den Jahren war ich auch ein Stück weit ausgebrannt, ich musste mich erholen, neue Kraft tanken. In Mainz habe ich zunächst mit den Studenten Franziskus Knoll OP und Bernhard Kohl OP in einer Wohnung gegenüber vom Mainzer Kloster in der Boppstraße gewohnt, weil das Haupthaus zu klein geworden war. Der Umzug in den Neubau in der Gartenfeldstraße folgte im Jahr 2008, wo ich jetzt ein schönes Zimmer mit Balkon zur Gartenseite hin bewohne und mich sehr wohl fühle. Im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten nehme ich gerne pastorale Dienste in der Pfarrei wahr.

Lieber Pater Franz, gestatte uns abschließend zwei kurze Fragen zu stellen, die du bitte spontan beantwortest: Das Wichtigste für mich im Leben ist...
...dass ich dankbar sein kann für alles, was ich tun durfte, und den Menschen stets ein hoffentlich guter Anwalt war.

Am Ende meines irdischen Lebensweges würde ich mich freuen wenn...
...ich sagen kann, dass ich mich immer den Fragen im Leben gestellt habe. Aber ich freue mich auch, wenn man mich wieder von Aufgaben entlastet.

Bericht von Uwe Augustinus Vielhaber OP

12. - 13.09.2009 - Ad experimentum: Die Mainzer Kunstbiennale "3 x klingeln...!" 2009 zu Gast im Dominikanerkloster St. Bonifaz

Rund 500 Besucher folgten der Einladung zur Kunstbiennale "3 x klingeln...!" 2009 am 12. und 13. September in das Mainzer Dominikanerkloster St. Bonifaz. Die Gäste wurden im Klostergarten begrüßt von den vor Ort verantwortlichen Organisatoren fr. Uwe Augustinus Vielhaber OP, P. Josef kleine Bornhorst OP und der Dominikanerkommunität. Prior Pater Josef hieß die offiziellen Vertreter der Stadt Mainz und des Landes Rheinland-Pfalz herzlich willkommen: den Mainzer Kulturdezernenten Herrn Peter Krawietz sowie die Ortsvorsteher beider Stadtteile, Frau Landtagsabgeordnete Ulla Brede-Hoffmann und Herrn Nico Klomann. Die Leiterin des Hauses Burgund in Mainz, Frau Mélita Soost, vertrat den Conseil régional de Bourgogne.

Zum siebten Mal seit 1997 waren für ein Wochenende Künstlerinnen und Künstler zu Gast in Wohnungen, Büros, Ateliers, Kellern, Gärten und Häfen und erstmals auch im neuen Mainzer Dominikanerkloster. Alle Interessierten waren eingeladen, jeweils dreimal zu klingeln, um Malerei, Zeichnungen, Bildhauerei, Fotografie, Videokunst und Installationen zu erleben. Auch im Dominikanerkloster waren verschiedene Spielarten der aktuellen Kunstproduktion vertreten: Der in Nicaragua geborene und aufgewachsene französische Konzeptkünstler Professor Carlos Castillo zählt zu den renommierten Vertretern seines Fachs. Für das Mainzer Dominikanerkloster konzipierte er das Werk "Coordonnées de l'accessible" ("Koordinaten des Zugänglichen").

Die in Bad Honnef lebende rheinland-pfälzische Künstlerin Susanne Krell war gleich mit drei Arbeiten im Dominikanerkloster vertreten: "Gespinst", "Verortung" und "Gehäuse". Krell geht es in ihren Arbeiten um die Begegnung mit Orten, Plätzen und Kirchen, die immer auch eine Berührung mit der Geschichte, mit dem Leben und der tieferen Dimension ist. Neben der Bildenden Kunst wurde viel Musik und Literatur angeboten: Am Eröffnungstag experimentierte das Duo "Stimmig" mit Silvia Sauer und Jörg Mühlhaus mit den Klängen von Stimme und Bass im Klostergarten, und bei der Aufführung der jungen Mainzer Formation "Ensemble Chordial" traf romantische und barocke Chormusik von Hugo Distler (1908-1942) und Heinrich Schütz (1585-1672) auf moderne Kunst.

Ein besonderer Leckerbissen für Literaturfreunde war die "Lyrikambulanz", ein Projekt der Theatergruppe "Ignous". Der Historiker Heribert Dietz veranstaltete am Eröffnungstag Führungen im Dominikanerkloster zu den künstlerisch wertvollen 14 Kreuzwegstationen, die der Kölner Maler Peter Strausfeld 1935 für die damalige Dominikanerhochschule Walberberg bei Bonn anfertigte.
Uwe Augustinus Vielhaber OP

5.8.2009, Journalisten zu Gast im Kloster

Journalisten verschiedener Medien war heute auf Einladung des bischöflichen Ordinariates und uns Gast in unserem Kloster und informierten sich über unser Leben mitten in der Mainzer Neustadt. Das SAT1-Regionalmagazin Rheinland-Pfalz am 6.8. beginnt seinen Beitrag über unser Kloster mit der Anmoderation: "Was da die Mainzer Dominikanermönche in den letzten zwei Jahren hochgezogen haben, hat nichts mehr mit mittelalterlicher Klosterromantik zu tun. Leuchtreklame und Aufzug gehören zu dem hochmodernen Kloster-Neubau mitten in Mainz." Die Redaktion macht zwar aus fr. Frank dann auch Bruder Franz. Das schmälerte die gelungene Kurzreportage aber nur unwesentlich. Den ganzen Beitrag können Sie hier sehen.

Der SWR produzierte an diesem Tag für ihre Sendung "Rheinland-Pfalz-Aktuell" eine Kurzreportage die sie hier sehen können.

Auch Autoren von Printmedien waren vertreten und verfassten Artikel für die Regionalteile der "FAZ", der "BILD" und der "Mainzer Allgemeinen Zeitung".

27.07.2009 - Konventsausflug auf den Spuren des Nikolaus von Kues

Die diesjährige Exkursion des Mainzer Konventes führte uns auf die Spuren des Nikolaus von Kues an seinen Geburtsort, dem heutigen Bernkastel-Kues. Nikolaus von Kues ist der bekannte Unbekannte von der Mosel, der an der Zeitenwende zur Neuzeit im 15. Jahrhundert eine große Wirksamkeit als Philosoph, Theologe, Rechtsgelehrter und Kardinal der Römischen Kirche entfaltete.

Um in die Lebens- und Wirkungsgeschichte dieses großen Denkers Einblick zu nehmen, besuchten wir die beiden äußeren Pole seiner irdischen Existenz: sein Geburtshaus und das Stift, das von Nikolaus selbst verfügt und errichtet wurde, er aber zu Lebzeiten nie zu Gesicht bekam. Im Geburtshaus des Nikolaus vermittelte uns Frau Reuter, die langjährige Leiterin des Hauses, einen äußerst kurzweiligen, kompetenten und umfassenden Einblick in des reiche Leben des damals und heute berühmten Gelehrten von der Mosel. Jedem Leser sei ein Besuch dieser liebevoll und kenntnisreich geführten Stätte empfohlen.

Im Cusanusstift setzten wir unsere Exkursion fort. Das von Nikolaus in der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtete Stift widmet sich damals wie heute der Pflege alter und bedürftiger Menschen. Das Stift beherbergt neben der caritativen Pflegeeinrichtung den Nachlass des Nikolaus: seine heute unschätzbar wertvolle Bibliothek, Altar- und Kultgegenstände sowie wissenschaftliche Instrumente aus seinem Besitz. Nikolaus, der am 11. November 1464 starb, verfügte die Beisetzung seines Körpers in seiner römischen Titularkirche San Pietro in Vincoli und seines Herzen in seinem geliebten Stift in seiner Vaterstadt Kues an der Mosel.

Auf dem Rückweg nach Mainz machten wir einen kleinen Abstecher nach Klausen und besuchten die Brüder in dem neu errichteten Domus St. Katharina von Siena. Vielen Dank an die Organisatoren der interessanten und lehrreichen Exkursion P. Josef und fr. Uwe.

1., 8., 15., 22., 29. Juli 2009, 20.00 Uhr, Musik und Gebet zur Nacht

Die Mittwochabende des Monats Juli sind wieder einem besonderen Thema in St. Bonifaz gewidmet. Die Dominikaner wollen diesmal die Aufmerksamkeit auf die Texte der Komplet lenken. Gerahmt wird der Abend mit einem etwa halbstündigen Konzert und der Möglichkeit hinterher auf dem Vorplatz der Kirche zusammen zu kommen und die Sommerabende gemeinsam ausklingen zu lassen.

Zu festen Zeiten wird der normale Tageslauf vor allem in Klöstern durch das Stundengebet der Kirche unterbrochen und daran gedacht, durch wen alles ist und durch wen wir überhaupt etwas sind - durch Gott.
Dabei liegt immer eine bestimmte Tageszeit im Blick der Beter. Die Komplet, das letzte Stundengebet des Tages, überblickt dagegen den ganzen vergangenen Tag. Dieser Tag gehört nun unauflöslich zu unserer eigenen Geschichte. Wir können das Schöne nicht festhalten und das Schlechte nicht ungeschehen machen. Dieser Tag ist nicht wiederholbar. Er gehört nun ganz Gott. Die Zeit lässt sich nicht anhalten oder zurückdrehen. Wir können aber bewusst die uns noch gewährte Zeit für Gutes nutzen, wenn uns unser Gelingen und Fehlen klar ist. Deshalb klingen in der Komplet unter anderem die so genannten letzten Dinge an: Tod, Gericht, Himmel und Hölle.
Die Texte der Kurzlesungen der Komplet der einzelnen Wochentage nehmen diese Themen auf und sind Grundlage für die Impulse nach dem etwa halbstündigen Konzert. Danach beten wir gemeinsam das Nachtgebet der Kirche, die Komplet.

13. Juni 2009, Forum Junger Musiker,
Die vier Jahreszeiten, A. Vivaldi

Die Dominikaner präsentierten in der neuen Reihe "Forum junger Musiker" Antonio Vivaldis, "Die Vier Jahreszeiten". Unter der Leitung von Christian Labonté musizierte ein Projektorchester aus jungen Musikern: Eva Gärtner, Sabrina Elbert, Andra Haug und Matthias Hanauer (Violine), Sebastian Wallat (Viola), Lukas Sieber (Cello) und Benedikt Stumpf (Cembalo). Sie sind ehemalige und aktive Musiker des Landesjugendorchesters Rheinland Pfalz.

"Die Vier Jahreszeiten" sind Antonio Vivaldis heute vielleicht bekannteste Werke. Jedes der vier Violinkonzerte portraitiert eine Jahreszeit mit ihren besonderen Stimmungsbildern. Das Säuseln des Windes und das Rauschen der Bäume und der Sturmwind sind zu hören und der Aufmarsch zum Tanz oder das Gleiten der Schlittschuhe auf dem Eis. All das geht ins Ohr und in die Seele. Die Musiker überzeugten das Publikum mit ihrem Spiel, was es ihnen schließlich mit Ovationen dankte. Das Konzert am 13. Juni 2009 in der Kirche St. Bonifaz war ein gelungener und stimmungsvoller Abend und hoffnungsvoller Auftakt der Konzertreihe.

6. Juni 2009, Pfarrfest St. Bonifaz

Anlässlich des Patronatsfestes unserer Kirche fand das Pfarrfest der Gemeinde statt. Pünktlich um 15.00 Uhr begrüßte Pater Sebastian als Pfarrer die zahlreichen Gäste, die trotz der nasskalten Witterung gekommen waren. Noch am Vormittag des 6. Juni wurde bei strömendem Regen drinnen und draußen aufgebaut. Viele halfen mit, Mitarbeiter des Pfarrgemeinderates, Helfer aus der Gemeinde und viele Dominikanerbrüder.

Die Festmesse bei voller Kirche wurde von der Gruppe "rise & shine" mitgestaltet. Diese junge Gruppe trifft sich und probt seit kurzem in den Räumen unserer Pfarrei. Die Festpredigt hielt Pater Johannes Kleene OP (hier nachlesen...).

Beim Fest vor der Kirche und in den Räumen und Sälen der Pfarrei zog der Zauberer Francesco die kleinen und großen Gäste mit seinen Tricks in den Bann. Gegrilltes, Salate und Getränke sorgten für das leibliche Wohl. Vielen Dank an alle Spender und alle die hinter dem Grill und der Zapfanlage für ausreichend Nachschub sorgten. Die Tombola war schließlich ausverkauft und das Bonifatius-Quiz gewann verdient Frau Makowski. Am Nachmittag verzogen sich die Regenwolken und die Sonne zeigte sich etwas. So gab es reichlich Gelegenheit für gute Begegnungen und Gespräche und einen hoffnungsvollen Ausblick auf das nächste Pfarrfest in einem Jahr. Gott sei Dank!

Fastenpredigten - Gottes dunkle Seiten


Die Menschen der Bibel haben Gott nicht nur als den Liebenden, sondern auch als den Rästelhaften, Bedrohlichen empfunden. Über diese dunklen Seiten Gottes predigen wir in den Sonntagsmessen der Fastenzeit. Hier können Sie den Flyer herunterladen.

28.02., 17 Uhr
01.03., 10 und 18 Uhr
Der gewalttätige Gott - "Ross und Reiter warf er ins Meer." (Ex 15,21) Die Predigt hier nachlesen.
07.03., 17 Uhr
08.03., 10 und 18 Uhr
Der eifersüchtige Gott - "Ich bin ein eifernder Gott." (Dtn 5,9) Die Predigt hier nachlesen.
14.03., 17 Uhr
15.03., 10 und 18 Uhr
Der zornige Gott - "Gottes Zorn enthüllt sich."
(Röm 1,18) Die Predigt hier nachlesen.
21.03., 17 Uhr
22.03., 10 und 18 Uhr
Der richtende Gott - "Und ich sah die Toten vor dem Throne stehen." (Offb 20,12) Die Predigt hier nachlesen.
28.03., 17 Uhr
29.03., 10 und 18 Uhr
Der schweigende Gott - "Wenn ich zu dir rufe, schweige doch nicht." (Ps 28,1)
Ulrike l Ulrike