Kloster und Pfarrei St. Bonifaz - Berichte aus 2009

zu den Berichten aus den Jahren: 2014 - 2013 - 2012 - 2011 - 2010

15.11.2009 - Albertusfest in St. Bonifaz

Es hat schon eine kleine Tradition, dass die Dominikaner an St. Bonifaz jedes Jahr das Fest des Heiligen Albert des Großen zusammen mit Mainzer Ordensleuten sowie Vertretern aus dem Klerus und der katholischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität feiern.

Mit einem feierlichen Gottesdienst um 18:00 Uhr in unserer Kirche wurde der festliche Abend eröffnet. Unser Festprediger, P. Provinzial Dr. Johannes Bunnenberg OP, hob in einer bewegenden und engagierten Predigt auf den weiten und fortschrittlichen Geist des heiligen Albertus Magnus ab, der den Beinamen "der Große" mit Recht trägt. So hat er im 13. Jahrhundert wesentlich dazu beigetragen, die Philosophie des Aristoteles, dessen Werk dem Christentum in den Jahrhunderten zuvor in weiten Teilen nahezu unbekannt war, mit dem christlichen Glaubens- und Weltbild zu verknüpfen. Seine Kommentare zum vollständigen Werk des Aristoteles wurden wegweisend für die Theologie der nachfolgenden Jahrhunderte. Albert der Große übersetzte damit die Gedankenwelt der aristotelischen Philosophie in die der Theologie seiner Zeit.

Am sehr anschaulichen Beispiel des "Über-setzens" mit einem Schiff über einen Fluss fächerte P. Johannes die großen Möglichkeiten, aber auch Gefahren einer Übersetzung auf. Es kann schon während der Überfahrt zu Komplikationen kommen, man kommt gegebenenfalls nicht an der Stelle am anderen Ufer an, an der man anlegen wollte, man trifft auf Neues, Unbekanntes auf der anderen Seite - es eröffnen sich unerwartete Horizonte. Albertus Magnus hat sich auf dieses Wagnis eingelassen und damit seinen eigenen und den Geist seiner Nachwelt geweitet.

Beim anschließenden gemeinsamen Festessen im Pfarrsaal kamen die etwa 50 Gäste in gemütlicher Atmosphäre mit uns Dominikanern und untereinander ins Gespräch - an diesem Abend unsere Möglichkeit, im gemeinsamen Austausch unseren Geist zu weiten - ganz im Sinne des heiligen Albertus Magnus.

fr. Johannes M. Schäffler OP

"Anwalt der Menschen" - Pater Franz Voith OP feiert 50-jähriges Professjubiläum

Interview mit P. Josef kleine Bornhorst OP und Fr. Uwe A. Vielhaber OP

Pater Franz Voigt OP wird am 30. Mai 1935 im tschechischen Untertannowitz geboren. Er ist der Sohn eines Landwirtes und hat eine jüngere Schwester. Seinen Vater verliert er im Zweiten Weltkrieg in Stalingrad. Seit der Vertreibung aus dem Sudentenland lebt die Mutter mit den Kindern in Hausen bei Offenbach, wo Pater Franz seine Kindheit und Jugendzeit verbringt. 1958 tritt er in Warburg in den Dominikanerorden ein, studiert katholische Theologie und Philosophie an der Dominikanerhochschule in Walberberg und später Pädagogik an der Hochschule in Vechta. Pater Franz war u.a. als Internatsleiter am Kolleg St. Thomas in Vechta und als Prior des Dominikanerklosters Sankt Albert in Leipzig tätig. Heute arbeitet der Senior nach Kräften aktiv mit in der Seelsorge an der Dominikanerpfarrei St. Bonifaz und lebt im Studienhaus der Dominikanerprovinz Teutonia in Mainz. Pater Franz ist Autor geistlicher Gebetsschriften wie beispielsweise "Gott lebt mit uns - Jugendgebete", das im Düsseldorfer Patmos-Verlag in mehrfachen Auflagen erschienen ist.

Pater Franz, wolltest Du von Anfang an Dominikaner werden, oder gab es auch andere 'Berufs'vorstellungen?
Nach der Volksschule habe ich eine Ausbildung zum Schneidergesellen gemacht und dann zwei Jahre in dem Beruf gearbeitet für 1,10 DM in der Stunde. Das war damals schon wenig, und das beginnende Wirtschaftswunder mit der Rationalisierung der Textilbranche führte zum steten Preisverfall. Mit dem Handwerk war da auf lange Sicht kein Staat zu machen. Im Grunde genommen war Umschulung angesagt. Irgendwann habe ich meinem damaligen Ortspfarrer von meinem Wunsch erzählt Priester werden zu wollen. Pfarrer Servatius Schwan hat mich sehr darin unterstützt und dafür gesorgt, dass ich das Abitur nachholen konnte.

Wie ging es weiter?
Nach vier Jahren auf dem Bischöflichen Abendgymnasium in Mainz hatte ich das Reifezeugnis in der Tasche. Das war eine ziemlich harte Zeit für mich, denn neben der Schule mussten wir anfangs auch beruflich tätig sein, später habe ich im Internat mitgearbeitet und meine Fähigkeiten in die Schneiderei eingebracht. Rektor Ernst Blum hat mich sehr gefördert und mich häufig mit nach Frankreich genommen, wo ich mit der Taizé-Bewegung der 50er Jahre in Berührung kam. Er hatte auch Kontakt zu dem Dominikaner Yves Congar OP, dem bedeutenden Konzilstheologen. Auch wenn ich Congar persönlich nie begegnet bin, so bekam ich doch etwas mit von dem 'frischen Wind' in der damaligen französischen Kirche. Es herrschte eine große Aufbruchstimmung, nicht nur in der Theologie, sondern auch in der Kunst und der Architektur: Le Corbusier plante und baute gerade das revolutionär neue Studienhaus Sainte-Marie-de-la-Tourette in Eveux-sur-l'Arbresle. All das hat mich sehr beeindruckt und schließlich wohl meine Liebe zu Frankreich bewirkt, was mir später als Internatsleiter in Vechta den Spitznamen "Zose" eintrug.

Und wie bist zu den Dominikanern gekommen?
Der eigentliche Auslöser war die Begegnung mit Raymund Harwardt OP, der als Volksmissionar zu uns nach Hausen kam. Ihn fragte ich, wo er herkam, und genau da wollte ich hin. Ich bin dann aufs Rad gesprungen und ins Dominikanerkloster St. Paulus nach Worms gefahren. Bei den Brüdern war ich in der darauffolgenden Zeit wiederholt zu Besuch. 1958 trat ich ins Noviziat in Warburg ein. Das Postulat war damals ganz kurz, es waren mehr Exerzitien. Der Novizenmeister Eligius Tegeler OP leitete das traditionell geführte Noviziat. Unsere Post mussten wir ihm geöffnet vorlegen. Soweit ich mich erinnere, hat er die Briefe aber nicht gelesen. Verschiedentlich habe ich meine Briefe aus dem Kloster geschmuggelt (lacht).

Noch mal zurück. Haben dich auch andere Orden interessiert? Wie stand es mit dem Weltpriestertum?
Eigentlich hat mich das nicht so sehr beschäftigt. Die Jesuiten erschienen mir zu militärisch aufgestellt. Entscheidend war auch das Ordenskleid. Der Dominikanerhabit gefiel mir rein ästhetisch sehr gut. Ich bin ja schließlich Schneider (verschmitztes Lächeln). Weltpriester wollte ich nie werden. Das Leben und die damalige Situation im Pfarrhaus sagten mir nicht zu. Die Aussicht in einer brüderlichen Gemeinschaft mit Gleichgesinnten ein geistliches Leben zu führen fand ich dagegen großartig.

Und dein Interesse an Büchern?
Das kam auch durch den Orden und meine wachsende Begeisterung für Theologie und alle Fragen, die damit in Zusammenhang stehen. Während meiner Frankreichbesuche lernte ich ja auch die Arbeiterpriesterbewegung kennen, die hoch im Kurs stand. Ich wollte eben viel wissen und verstehen lernen.

In Walberberg hast du studiert. Und dann?
Von 1959 bis 1964 habe ich Katholische Theologie und Philosophie an unserer Hochschule in Walberberg studiert. Die Primiz feierten wir groß in meiner Heimatstadt Hausen. Anschließend hat mich der damalige Provinzial Friedrich Quatmann OP zum Pädagogik-Studium nach Vechta geschickt. Parallel habe ich bereits als Lehrer am St. Thomas-Kolleg mitgearbeitet und viel Jugendarbeit bei den Pfadfindern gemacht. In der Provinz herrschte Krisenstimmung: Die 68er-Bewegung stand vor der Tür. Es gab schwerwiegende Auseinandersetzungen über theologische und gesellschaftlich relevante Fragen, das ging mit zahlreichen Ordensaustritten der Brüder einher. Als Paul Heribert Welte OP zur Deutschen Bischofskonferenz nach Bonn berufen wurde, übernahm ich die Leitung des Internats in Füchtel, das von Walbert Weber OP streng geführt wurde. Die Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Brüdern war anfangs nicht leicht. Es existierten sehr unterschiedliche pädagogische Konzepte, wenn man das so nennen will. Im Grunde genommen war die Situation unmöglich. Die Schüler begehrten beispielsweise gegen den täglichen Besuch der Heiligen Messe auf, wofür ich sehr wohl Verständnis hatte. Peu à peu konnte ich einzelne Reformen im Sinne der Schüler umsetzen.

Ende der 80er Jahre verlässt du Vechta...
...ja richtig. Zunächst wurde ich Studentenseelsorger in Berlin als Walter Senner OP nach Rom berufen wurde. Die Studentengemeinde war durchweg basisdemokratisch ausgerichtet, echte Leitung konnte nicht stattfinden. Das war nicht so mein Ding. Dann kam die "Innerdeutsche Wende" im Jahr 1989, und ich ging als Pfarrer an den Dominikanerkonvent St. Albert nach Leipzig, wo ich später auch zum Prior gewählt wurde. Die Arbeit in einer Diasporagemeinde der Nachwendezeit im säkularisierten Umfeld der Leipziger Großstadt stellte eine vollkommen neue Herausforderung für mich dar. Hinzu kam die Leitung des "Geschwisterlichen Projekts", wo zwei dominikanische Kommunitäten von Schwestern und Brüdern in einem Haus lebten und zusammenarbeiten sollten. Das war ein Provinzprojekt, das von Anfang an nicht recht funktionieren wollte. Die Unterschiede der beteiligten Akteure waren zu groß. Aber es gab auch positive Erfahrungen: Die Kinder und Jugendlichen waren gut in der Pfarrei beheimatet, wo auch der Religionsunterricht stattfand; ein Alternativmodell zum Religionsunterricht in der Schule im benachbarten Westen! In der Leipziger Innenstadt habe ich wiederholt Missionsprojekte mit Schriftenstand und Gesprächsmöglichkeit angeboten. Ich wollte unsere Gemeindemitglieder bewegen über die eigene Pfarreigrenze hinaus aktiv zu werden. Anfangs gelang mir das nicht. Nur eine evangelische Pfarrerin hat mich unterstützt, später ging es besser.

Und dann schließt sich der Kreis. Du kommst zurück nach Mainz.
2005 wurde ich an die Dominikanerkommunität an St. Bonifaz in Mainz assigniert. Der Konvent war notorisch unterbesetzt, was die Abstimmungen über die im Haus lebenden Studenten erschwerte. Nach all den Jahren war ich auch ein Stück weit ausgebrannt, ich musste mich erholen, neue Kraft tanken. In Mainz habe ich zunächst mit den Studenten Franziskus Knoll OP und Bernhard Kohl OP in einer Wohnung gegenüber vom Mainzer Kloster in der Boppstraße gewohnt, weil das Haupthaus zu klein geworden war. Der Umzug in den Neubau in der Gartenfeldstraße folgte im Jahr 2008, wo ich jetzt ein schönes Zimmer mit Balkon zur Gartenseite hin bewohne und mich sehr wohl fühle. Im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten nehme ich gerne pastorale Dienste in der Pfarrei wahr.

Lieber Pater Franz, gestatte uns abschließend zwei kurze Fragen zu stellen, die du bitte spontan beantwortest: Das Wichtigste für mich im Leben ist...
...dass ich dankbar sein kann für alles, was ich tun durfte, und den Menschen stets ein hoffentlich guter Anwalt war.

Am Ende meines irdischen Lebensweges würde ich mich freuen wenn...
...ich sagen kann, dass ich mich immer den Fragen im Leben gestellt habe. Aber ich freue mich auch, wenn man mich wieder von Aufgaben entlastet.

Bericht von Uwe Augustinus Vielhaber OP

12. - 13.09.2009 - Ad experimentum: Die Mainzer Kunstbiennale "3 x klingeln...!" 2009 zu Gast im Dominikanerkloster St. Bonifaz

Rund 500 Besucher folgten der Einladung zur Kunstbiennale "3 x klingeln...!" 2009 am 12. und 13. September in das Mainzer Dominikanerkloster St. Bonifaz. Die Gäste wurden im Klostergarten begrüßt von den vor Ort verantwortlichen Organisatoren fr. Uwe Augustinus Vielhaber OP, P. Josef kleine Bornhorst OP und der Dominikanerkommunität. Prior Pater Josef hieß die offiziellen Vertreter der Stadt Mainz und des Landes Rheinland-Pfalz herzlich willkommen: den Mainzer Kulturdezernenten Herrn Peter Krawietz sowie die Ortsvorsteher beider Stadtteile, Frau Landtagsabgeordnete Ulla Brede-Hoffmann und Herrn Nico Klomann. Die Leiterin des Hauses Burgund in Mainz, Frau Mélita Soost, vertrat den Conseil régional de Bourgogne.

Zum siebten Mal seit 1997 waren für ein Wochenende Künstlerinnen und Künstler zu Gast in Wohnungen, Büros, Ateliers, Kellern, Gärten und Häfen und erstmals auch im neuen Mainzer Dominikanerkloster. Alle Interessierten waren eingeladen, jeweils dreimal zu klingeln, um Malerei, Zeichnungen, Bildhauerei, Fotografie, Videokunst und Installationen zu erleben. Auch im Dominikanerkloster waren verschiedene Spielarten der aktuellen Kunstproduktion vertreten: Der in Nicaragua geborene und aufgewachsene französische Konzeptkünstler Professor Carlos Castillo zählt zu den renommierten Vertretern seines Fachs. Für das Mainzer Dominikanerkloster konzipierte er das Werk "Coordonnées de l'accessible" ("Koordinaten des Zugänglichen").

Die in Bad Honnef lebende rheinland-pfälzische Künstlerin Susanne Krell war gleich mit drei Arbeiten im Dominikanerkloster vertreten: "Gespinst", "Verortung" und "Gehäuse". Krell geht es in ihren Arbeiten um die Begegnung mit Orten, Plätzen und Kirchen, die immer auch eine Berührung mit der Geschichte, mit dem Leben und der tieferen Dimension ist. Neben der Bildenden Kunst wurde viel Musik und Literatur angeboten: Am Eröffnungstag experimentierte das Duo "Stimmig" mit Silvia Sauer und Jörg Mühlhaus mit den Klängen von Stimme und Bass im Klostergarten, und bei der Aufführung der jungen Mainzer Formation "Ensemble Chordial" traf romantische und barocke Chormusik von Hugo Distler (1908-1942) und Heinrich Schütz (1585-1672) auf moderne Kunst.

Ein besonderer Leckerbissen für Literaturfreunde war die "Lyrikambulanz", ein Projekt der Theatergruppe "Ignous". Der Historiker Heribert Dietz veranstaltete am Eröffnungstag Führungen im Dominikanerkloster zu den künstlerisch wertvollen 14 Kreuzwegstationen, die der Kölner Maler Peter Strausfeld 1935 für die damalige Dominikanerhochschule Walberberg bei Bonn anfertigte.
Uwe Augustinus Vielhaber OP

5.8.2009, Journalisten zu Gast im Kloster

Journalisten verschiedener Medien war heute auf Einladung des bischöflichen Ordinariates und uns Gast in unserem Kloster und informierten sich über unser Leben mitten in der Mainzer Neustadt. Das SAT1-Regionalmagazin Rheinland-Pfalz am 6.8. beginnt seinen Beitrag über unser Kloster mit der Anmoderation: "Was da die Mainzer Dominikanermönche in den letzten zwei Jahren hochgezogen haben, hat nichts mehr mit mittelalterlicher Klosterromantik zu tun. Leuchtreklame und Aufzug gehören zu dem hochmodernen Kloster-Neubau mitten in Mainz." Die Redaktion macht zwar aus fr. Frank dann auch Bruder Franz. Das schmälerte die gelungene Kurzreportage aber nur unwesentlich. Den ganzen Beitrag können Sie hier sehen.

Der SWR produzierte an diesem Tag für ihre Sendung "Rheinland-Pfalz-Aktuell" eine Kurzreportage die sie hier sehen können.

Auch Autoren von Printmedien waren vertreten und verfassten Artikel für die Regionalteile der "FAZ", der "BILD" und der "Mainzer Allgemeinen Zeitung".

27.07.2009 - Konventsausflug auf den Spuren des Nikolaus von Kues

Die diesjährige Exkursion des Mainzer Konventes führte uns auf die Spuren des Nikolaus von Kues an seinen Geburtsort, dem heutigen Bernkastel-Kues. Nikolaus von Kues ist der bekannte Unbekannte von der Mosel, der an der Zeitenwende zur Neuzeit im 15. Jahrhundert eine große Wirksamkeit als Philosoph, Theologe, Rechtsgelehrter und Kardinal der Römischen Kirche entfaltete.

Um in die Lebens- und Wirkungsgeschichte dieses großen Denkers Einblick zu nehmen, besuchten wir die beiden äußeren Pole seiner irdischen Existenz: sein Geburtshaus und das Stift, das von Nikolaus selbst verfügt und errichtet wurde, er aber zu Lebzeiten nie zu Gesicht bekam. Im Geburtshaus des Nikolaus vermittelte uns Frau Reuter, die langjährige Leiterin des Hauses, einen äußerst kurzweiligen, kompetenten und umfassenden Einblick in des reiche Leben des damals und heute berühmten Gelehrten von der Mosel. Jedem Leser sei ein Besuch dieser liebevoll und kenntnisreich geführten Stätte empfohlen.

Im Cusanusstift setzten wir unsere Exkursion fort. Das von Nikolaus in der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtete Stift widmet sich damals wie heute der Pflege alter und bedürftiger Menschen. Das Stift beherbergt neben der caritativen Pflegeeinrichtung den Nachlass des Nikolaus: seine heute unschätzbar wertvolle Bibliothek, Altar- und Kultgegenstände sowie wissenschaftliche Instrumente aus seinem Besitz. Nikolaus, der am 11. November 1464 starb, verfügte die Beisetzung seines Körpers in seiner römischen Titularkirche San Pietro in Vincoli und seines Herzen in seinem geliebten Stift in seiner Vaterstadt Kues an der Mosel.

Auf dem Rückweg nach Mainz machten wir einen kleinen Abstecher nach Klausen und besuchten die Brüder in dem neu errichteten Domus St. Katharina von Siena. Vielen Dank an die Organisatoren der interessanten und lehrreichen Exkursion P. Josef und fr. Uwe.

1., 8., 15., 22., 29. Juli 2009, 20.00 Uhr, Musik und Gebet zur Nacht

Die Mittwochabende des Monats Juli sind wieder einem besonderen Thema in St. Bonifaz gewidmet. Die Dominikaner wollen diesmal die Aufmerksamkeit auf die Texte der Komplet lenken. Gerahmt wird der Abend mit einem etwa halbstündigen Konzert und der Möglichkeit hinterher auf dem Vorplatz der Kirche zusammen zu kommen und die Sommerabende gemeinsam ausklingen zu lassen.

Zu festen Zeiten wird der normale Tageslauf vor allem in Klöstern durch das Stundengebet der Kirche unterbrochen und daran gedacht, durch wen alles ist und durch wen wir überhaupt etwas sind - durch Gott.
Dabei liegt immer eine bestimmte Tageszeit im Blick der Beter. Die Komplet, das letzte Stundengebet des Tages, überblickt dagegen den ganzen vergangenen Tag. Dieser Tag gehört nun unauflöslich zu unserer eigenen Geschichte. Wir können das Schöne nicht festhalten und das Schlechte nicht ungeschehen machen. Dieser Tag ist nicht wiederholbar. Er gehört nun ganz Gott. Die Zeit lässt sich nicht anhalten oder zurückdrehen. Wir können aber bewusst die uns noch gewährte Zeit für Gutes nutzen, wenn uns unser Gelingen und Fehlen klar ist. Deshalb klingen in der Komplet unter anderem die so genannten letzten Dinge an: Tod, Gericht, Himmel und Hölle.
Die Texte der Kurzlesungen der Komplet der einzelnen Wochentage nehmen diese Themen auf und sind Grundlage für die Impulse nach dem etwa halbstündigen Konzert. Danach beten wir gemeinsam das Nachtgebet der Kirche, die Komplet.

13. Juni 2009, Forum Junger Musiker,
Die vier Jahreszeiten, A. Vivaldi

Die Dominikaner präsentierten in der neuen Reihe "Forum junger Musiker" Antonio Vivaldis, "Die Vier Jahreszeiten". Unter der Leitung von Christian Labonté musizierte ein Projektorchester aus jungen Musikern: Eva Gärtner, Sabrina Elbert, Andra Haug und Matthias Hanauer (Violine), Sebastian Wallat (Viola), Lukas Sieber (Cello) und Benedikt Stumpf (Cembalo). Sie sind ehemalige und aktive Musiker des Landesjugendorchesters Rheinland Pfalz.

"Die Vier Jahreszeiten" sind Antonio Vivaldis heute vielleicht bekannteste Werke. Jedes der vier Violinkonzerte portraitiert eine Jahreszeit mit ihren besonderen Stimmungsbildern. Das Säuseln des Windes und das Rauschen der Bäume und der Sturmwind sind zu hören und der Aufmarsch zum Tanz oder das Gleiten der Schlittschuhe auf dem Eis. All das geht ins Ohr und in die Seele. Die Musiker überzeugten das Publikum mit ihrem Spiel, was es ihnen schließlich mit Ovationen dankte. Das Konzert am 13. Juni 2009 in der Kirche St. Bonifaz war ein gelungener und stimmungsvoller Abend und hoffnungsvoller Auftakt der Konzertreihe.

6. Juni 2009, Pfarrfest St. Bonifaz

Anlässlich des Patronatsfestes unserer Kirche fand das Pfarrfest der Gemeinde statt. Pünktlich um 15.00 Uhr begrüßte Pater Sebastian als Pfarrer die zahlreichen Gäste, die trotz der nasskalten Witterung gekommen waren. Noch am Vormittag des 6. Juni wurde bei strömendem Regen drinnen und draußen aufgebaut. Viele halfen mit, Mitarbeiter des Pfarrgemeinderates, Helfer aus der Gemeinde und viele Dominikanerbrüder.

Die Festmesse bei voller Kirche wurde von der Gruppe "rise & shine" mitgestaltet. Diese junge Gruppe trifft sich und probt seit kurzem in den Räumen unserer Pfarrei. Die Festpredigt hielt Pater Johannes Kleene OP (hier nachlesen...).

Beim Fest vor der Kirche und in den Räumen und Sälen der Pfarrei zog der Zauberer Francesco die kleinen und großen Gäste mit seinen Tricks in den Bann. Gegrilltes, Salate und Getränke sorgten für das leibliche Wohl. Vielen Dank an alle Spender und alle die hinter dem Grill und der Zapfanlage für ausreichend Nachschub sorgten. Die Tombola war schließlich ausverkauft und das Bonifatius-Quiz gewann verdient Frau Makowski. Am Nachmittag verzogen sich die Regenwolken und die Sonne zeigte sich etwas. So gab es reichlich Gelegenheit für gute Begegnungen und Gespräche und einen hoffnungsvollen Ausblick auf das nächste Pfarrfest in einem Jahr. Gott sei Dank!

Fastenpredigten - Gottes dunkle Seiten


Die Menschen der Bibel haben Gott nicht nur als den Liebenden, sondern auch als den Rästelhaften, Bedrohlichen empfunden. Über diese dunklen Seiten Gottes predigen wir in den Sonntagsmessen der Fastenzeit. Hier können Sie den Flyer herunterladen.

28.02., 17 Uhr
01.03., 10 und 18 Uhr
Der gewalttätige Gott - "Ross und Reiter warf er ins Meer." (Ex 15,21) Die Predigt hier nachlesen.
07.03., 17 Uhr
08.03., 10 und 18 Uhr
Der eifersüchtige Gott - "Ich bin ein eifernder Gott." (Dtn 5,9) Die Predigt hier nachlesen.
14.03., 17 Uhr
15.03., 10 und 18 Uhr
Der zornige Gott - "Gottes Zorn enthüllt sich."
(Röm 1,18) Die Predigt hier nachlesen.
21.03., 17 Uhr
22.03., 10 und 18 Uhr
Der richtende Gott - "Und ich sah die Toten vor dem Throne stehen." (Offb 20,12) Die Predigt hier nachlesen.
28.03., 17 Uhr
29.03., 10 und 18 Uhr
Der schweigende Gott - "Wenn ich zu dir rufe, schweige doch nicht." (Ps 28,1)
Ulrike l Ulrike