Die Dominikaner in Mainz von der Gründung 1256
bis zur Auflösung des Klosters 1789

1256/57 erfolgt die Gründung des Konvents in zentraler Lage und Aufnahme in den Orden unter dem Provinzial Albertus Magnus.

Am 14. November 1257 werden die Mainzer Dominikaner erstmalig urkundlich erwähnt.

1264 stellt der hl. Albertus Magnus dem Konvent in Mainz eine Urkunde aus.

1268 Begräbnis des Walpoden Arnold, des Klostergründers und -stifters (heute Haus Ecke Grebenstraße/Domstraße).

1269/70 Mainzer Erzbischof Werner überlässt den Dominikanern eine Gasse unter Mitwirkung der Mainzer Bürger.

1275 verkauft das Zisterzienserinnenkloster Dalberg den Dominikanern ein angrenzendes Grundstück. 1289/99 gelingt es den Dominikanern einen beachtlich großen Kirchen- und Klosterkomplex fertig zu stellen. Die Klosterkirche wird im typischen Bettelordenstil mit einem 7-jochigen Chor errichtet. Der Chor soll etwa 100 Brüdern Platz geboten haben.

1462 machen schwere Brandschäden bei der Eroberung von Mainz die Erneuerung des Daches von Kirche und Chor, des Dachreiters, der Glocken und der Sakristei notwendig.

4. April 1468 Einführung der Observanz im Mainzer Konvent im Zuge der Ordensreform. Der Mainzer Prior Johannes Wilnau reformierte seinen Heimatkonvent in Frankfurt 1474 von Mainz aus.

Am 29. November 1520 verbrennt der Lektor des Mainzer Dominikanerkonventes Johannes Burchard im Auftrag von Nuntius Aleander die Schriften Martin Luthers auf dem Mainzer Marktplatz. Das ruft bewirkt großen Unmut in der Bevölkerung. Der Mainzer Konvent trennt sich daraufhin von seinem Lektor.

Ausschnitt aus dem Mascopp’schen Stadtplan (1575)

In der Reformationszeit greift der Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg ab 1532 auf Dominikanerprofessoren zurück (Johannes Dietenberger, Konrad Necrosius; in Erfurt (das zum Bistum Mainz gehörte) der 1543 in Mainz promovierte Petrus Rauch). In der Zeit der Konfessionalisierung amtierten einige Dominikaner als Weihbischöfe. In den Jahren 1551-61 war das Balthasar Fannemann, der den Mainzer Erzbischof Sebastian von Heusenstamm zum Trienter Konzil begleitete, und in den Jahren 1562-1569 Leonhard Zittard. Von 1552 bis 1664 fanden die Kanoniker des Albansstifts bei den Dominikanern Aufnahme und feierten dort ihre Gottesdienste. (Abb.: Ausschnitt aus dem Stadtplan von Mascopp von 1575, der den Klosterkomplex der Dominikaner zeigt.)

Nach der Verhinderung einer Übernahme des Konvents durch die Jesuiten und einem zahlenmäßigen Tiefpunkt um 1582 engagierten sich Prior Franciscus Franck 1593/94 als Dompfarrer und Subprior Theodor Oitweiler 1594-96 als Pfarrer von St. Emmeran. Der Dominikaner Johannes Nelling war Beichtvater des Kurfürsten Johann Schweikard von Kronberg.

1609 fanden weitgehende Renovationsarbeiten in Kirche und Kloster statt.

1614 wurde das Zentralnoviziat der Dominikanerprovinz Teutonia in Mainz eingerichtet, das aber nur etwa vier Jahre Bestand hatte. In dieser Umbruchszeit fanden in Mainz 1545, 1600 und 1645 Provinzkapitel statt (nach den mittelalterlichen Provinzkapiteln 1314, 1341, 1368, 1389 und 1399 in Mainz).

Nach dem Dreißigjährigen Krieg versahen Dominikaner von 1649-1729 die Pfarrseelsorge in Niederwalluf und von 1636?/54 bis 1712 in Gonsenheim. Dort wurde auch die 1611 in Mainz begründete Rosenkranzbruderschaft eingeführt. 1727 wurde neben drei anderen Altären auch ein Rosenkranzaltar in der Dominikanerkirche geweiht.

Am 2. Mai 1789 wurde das Mainzer Dominikanerkloster aufgehoben, nachdem bereits 1781 die Kartause, das Reichklarakloster und das Zisterzienserinnenkloster Dalheim zugunsten der Universität eingezogen worden waren. Das Kloster wird in der Folgezeit zum Steinbruch.

Grundriss des Klosterkomplexes der Dominikaner um 1790:Grudriss 1790

Dominikaner vor der Ruine ihres Mainzer Klosters um 1793:Klosterruiune 1793

Die Privilegierte Mainzer Zeitung berichtete:

"Heute ward durch das erzbischöffl. Ordinariat eine Handlung vorgenommen, wodurch die glorreicheste Regierung Sr. Kurf. Gnaden in einem neuen auszeichnenden Glanze sich darstellet, und noch bei der spätesten Nachwelt im segenvollsten Andenken bleiben wird. Das hiesige Dominikanerkloster nämlich ward mit allgemeiner Zufriedenheit sämmtlicher Conventualen in ein Domum Presbyterorum Emeritorum, autoritate ordinaria dergestalten umgeschaffen, dass von nun alle Mitglieder desselben von den Ordensgelübden losgesprochen, die darunter befindlichen Priester aber der Weltgeistlichkeit einverleibet, und in dieser Rücksicht aller ihr zuständigen Rechte und Privilegien theilhaftig gemacht werden."