Die Dominikaner in Mainz seit der Neugründung 1993

Nur wenige Schritte vom Mainzer Hauptbahnhof entfernt liegt die katholische Pfarrkirche St. Bonifaz. Nach über 200 Jahren kehren Dominikaner nach Mainz zurück. Die Dominikaner der Ordensprovinz Teutonia sind seit 1993 an dieser Kirche in der Mainzer Neustadt tätig.

Zunächst ist das Haus eine Filiale des Wormser Dominikanerklosters (domus filialis). Als erster Vikar (Stellvertreter des Priors für die Filiale) wurde P. Cletus Wingen OP eingesetzt. Im August 2002 erhob man es zum selbständigen Haus (domus). Als ersten Superior setzte der Provinzial P. Sebastian Annas OP, gleichzeitig Pfarrer von St. Bonifaz, ein.

Im Herbst 2004 bat das Provinzkapitel den Ordensmeister, das Haus in Mainz zum Konvent zu erheben. Mit Dekret vom 7. Januar 2005 wurde diesem Anliegen entsprochen. Damit gibt es nach 216 Jahren wieder ein Dominikanerkloster in Mainz. Im Frühjahr 2007 wurden die Arbeiten zu einem Klosterneubau in Nachbarschaft zum jetzigen Gebäudekomplex aufgenommen, die im Sommer 2008 abgeschlossen wurden.

Als Konvent besitzt die Kommunität das Recht, den Prior des Konventes (= Oberer) selbst zu wählen. Diese Wahl fand erstmals am 30. Januar 2005 statt. Wenige Tage später nahm P. Sebastian Annas die Wahl zum Prior auf 3 Jahre an. Als Pfarrer und Prior trägt er nun für die vielfältigen seelsorglichen Aufgaben in der Pfarrei St. Bonifaz und die Klostergemeinschaft letztlich die Verantwortung. Im November 2008 wurde P. Josef kleine Bornhorst, zuvor Prior im Wormser Konvent, zum neuen Prior in Mainz gewählt - wiederum für 3 Jahre, wie es die Konstitutionen unseres Ordens vorsehen.

Zum Konvent gehören neben P. Sebastian und P. Josef derzeit sieben weitere Priester: P. Gottfried Pöschl OP, P. Franz Voith OP, P. Georg-Dominik Menke OP und P. Peter Kreutzwald OP. Sie beteiligen sich z. T. an den seelsorglichen Aufgaben der Pfarrei oder sind darüber hinaus in weiteren Bereichen (z. B. Formation (Ordensausbildung) der Studenten der Dominkanerprovinz Teutonia, Gefängnisseelsorge) tätig. P. Johannes Kleene OP, der noch zum Studentat gehört, ist als Kaplan in Ingelheim tätig.

Neben der Erhebung zum Konvent hat das Provinzkapitel als oberstes Entscheidungsgremium der Provinz das Mainzer Kloster zum primären Ausbildungshaus der Provinz Teutonia bestimmt. Konkret bedeutet dies, dass die Brüder den ersten Ausbildungsabschnitt nach Beendigung ihres Noviziates bis zur Ablegung der Feierlichen Profess in Mainz absolvieren. Zur Zeit studieren acht Mitbrüder an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität:

fr. Peter Henrich OP,
fr. Ralf Sagner OP (derzeit zum Studium in Wien),
fr. Uwe Augustinus Vielhaber OP (derzeit zum Studium in Fribourg/CH),
fr. Gregor Naumann OP,
fr. Johannes Matthias Schäffler OP,
fr. Daniel Stadtherr OP,
fr. Dennis Halft OP und
fr. Philipp Maria König OP.

fr. Frank Ewerszumrode OP ist bereits Dipl.-Theologe und promoviert derzeit über Johannes Calvin ebenfalls an der Johannes Gutenberg-Universität (derzeit zum Studium in Toronto/Canada).